Werkstattgeheimnisse der Pflanzenmetamorphose: Aus welchem vegetativen «Material» stammen Blütenhülle und Frucht?

Elemente der Naturwissenschaft 90, 2009, S. 140-158 | DOI: 10.18756/edn.90.140

Zusammenfassung:

Die Blüte im Blatt
 In seinem interessanten Beitrag über die «Trennung der Geschlechter» im
  Zusammenhang mit der Bildung der Blütenorgane der Pflanze schrieb Peer
  Schilperoord (2008, S. 40): «Diese Arbeiten führten mich zu der bis jetzt
  nur von mir vertretenen Ansicht, dass der Blattgrund des Stängelblattes die
  Grundlage für das Staubblatt und die Blattspreite jene für das Fruchtblatt
  abgibt (…).» Eine Darstellung der Pflanze, die dasselbe aussagt, habe ich
  1998 in einem Buch skizziert, das beim Verlag Freies Geistesleben erschien
  – das dürfte aber wohl weithin unbemerkt geblieben sein, weil der Titel es
  nicht erwarten lässt. Deshalb möchte ich die Thematik hier noch einmal
  entwickeln. Ins­besondere der Zusammenhang zwischen den Stipeln als
  Gliedern des Unterblattes und den äußeren Organen der Blüte – Kelch-
  blätter, Kronblätter und die mit Letzteren durch schrittweise Übergänge
  erkennbar verwandten Staubblätter – hat mich seit Beginn meines Studi-
  ums Mitte der Achtzigerjahre beschäftigt. Es ging eine Art Aufforderung
  von den überflüssig erscheinenden Stipeln aus: «Begreife uns!» (Abb. 1,
  Beispiele von Stipeln) Dabei kann ich heute nicht mehr rekonstruieren, ob
  ein grundlegender Gedanke mir selbst aufgegangen ist oder ob er durch
  einen Fingerzeig aus der Literatur der goetheanistischen Botaniker angeregt
  wurde, wobei auch die morphologische Zusammenschau von Wilhelm Troll
  mit seinen unzähligen Zeichnungen enorm bereichernd war. [...]

Referenzen
  • Bockemühl, J. (o. J.): Lebenszusammenhänge erkennen – erleben – gestalten. Dornach.
  • Engler, A. (1964): Syllabus der Pflanzenfamilien, Bd. II, Berlin.
  • Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD (1987): Bd. III, Atlas der Gefäßpflanzen, Berlin.
  • Göbel, Th. (1988): Die Pflanzenidee als Organon. Niefern-Öschelbronn.
  • Hagemann, W. (1984): Die Baupläne der Pflanzen, eine vergleichende Darstellung ihrer Konstruktion. Vorlesungsskript Uni Heidelberg.
  • Harlan, V. (2002): Das Bild der Pflanze in Wissenschaft und Kunst, Stuttgart. Hess, D. (2004): Allgemeine Botanik, Stuttgart.
  • Kalisch, M. (1996): Versuch einer Typologie der Substanzbildung. In: Goedings, P. (Hg.): Wege zur Erkenntnis der Heilpflanze. Schriftenreihe «Menschenwesen und Heilkunst» Bd. 22, Stuttgart.
  • Kalisch, M. (1998): Das Böse. Polarität und Steigerung. Stuttgart.
  • Kutschera, L., Lichtenegger, E., Sobotik, M. (1982): Wurzelatlas mitteleuropäischer Grünlandpflanzen, Bd. I: Monocotyledoneae. Stuttgart.
  • Kutschera, L., Lichtenegger, E., Sobotik, M. (1992): Wurzelatlas mitteleuropäischer Grünlandpflanzen, Bd. II: Pteridophyta und Dicotyledoneae, Teil I. Stuttgart.
  • Schilperoord, P. (2008): Die Trennung der Geschlechter und die Bildung der Blütenorgane. Gestaltungsfreiheit. Elemente d. N. 88, S. 39–60.
  • Schütt, P. (Hg.) (2004): Bäume der Tropen. Hamburg.
  • Schütt, P. (Hg.) (2006): Enzyklopädie der Laubbäume. Hamburg.
  • Steiner, R. (1923a): Der Mensch als Zusammenklang des schaffenden, bildenden und gestaltenden Weltenwortes. Dornach, GA 230.
  • Steiner, R. (1923b): Die Impulsierung des weltgeschichtlichen Geschehens durch geistige Mächte. Dornach, GA 222.
  • Steiner, R. (1924): Geisteswissenschaftliche Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft. Dornach, GA 327.
  • Strasburger, E. (1991): Lehrbuch der Botanik, neubearb. und hg. von Peter Sitte, 33. Aufl., Stuttgart.
  • Strasburger, E. (1991): Lehrbuch der Botanik, neubearb. und hg. von Peter Sitte, 33. Aufl., Stuttgart.